Mittwoch, 30. Juni 2010, 20 Uhr

Referent: Dieter Bott (Soziologe FH Düsseldorf, Mitglied des BAFF)
Ort: HBK Hörsaal 007, Am Pippelweg
VeranstalterInnen: Ultras Braunschweig 2001 – AK Antidiskriminierung
unterstützt vom AStA HBK Braunschweig

Zum Inhalt:

Kaum ein Tabu hält sich seit Jahrzehnten so hartnäckig wie das Thema Homosexualität im Fußball. Rein statistisch gesehen sind 5-10% Bevölkerung bi- oder homosexuell – oder anders ausgedrückt: Mensch könnte 1-2 Bundesliga-Teams komplett aus homosexuellen Spielern zusammenstellen. Die gegenwärtige Realität sieht jedoch anders aus. Nicht ein aktiver Fußball-Profi ist bekennend schwul, die Drohkulisse eines Spießrutenlaufs durch homophobe Sprechchöre von den Rängen und weitestgehende Isolation innerhalb des Fußballgeschäfts verfehlt seine Wirkung nicht. Kein Wunder – trägt doch der DFB abseits oberflächlicher Antidiskriminierungskampagnen durch merkwürdige Entscheidungen nicht gerade zum Abbau dieses unerträglichen Zustandes bei. Denn wenn mediale Öffentlichkeit und Verbandsfunktionäre, wie im August 2007 geschehen, gleichsam glücklich sind, dass der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller den schwarzen Schalker Spieler Gerald Asamoah nicht als „schwarze“ sondern nur als „schwule Sau“ diffamierte, sagt das vieles über die gegenwärtige Situation im Sport und Fußball speziell aus.
Es dominiert weiterhin ein männerbündisches Bild, als weiblich verschriene Facetten gelten als Zeichen der Schwäche und werden umgehend durch Abgrenzung und Beleidigungen sanktioniert.
Diese reaktionären, stereotypen Geschlechterrollen bekommen auch Frauen in den Stadien immer wieder (und immer noch) zu spüren. Trotz ständig steigender Zahlen an aktiven Fußballerinnen und Zuschauerinnen werden sie systematisch mit sexistischen Verhaltensweisen konfrontiert, ob im Rahmen einer klischeebehafteten „sex sells“-Werbekampagne oder durch dümmliche Kommentare von Männern im Fanblock.
Welche Erklärungsmuster und Funktionsweisen hinter dieser Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher Stereotype und sexueller Orientierung stehen und welche Konsequenzen sich daraus ableiten, wollen wir gemeinsam mit dem Referenten Dieter Bott erörtern.

Im Anschluss an den Vortrag und eine hoffentlich breite Diskussion wollen wir noch die preisgekrönte Dokumentation „Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ von Aljoscha Pause aus dem Jahr 2009 anschauen.

Referent: Dieter Bott (Soziologe FH Düsseldorf, Mitglied des BAFF)

Homophobie und Sexismus im Sport

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