Donnerstag, 8. Juli 2010, 19 Uhr

Referenten: Ultras Braunschweig 2001
Ort: Falkenzentrum SUB, Kuhstraße 28
VeranstalterInnen: Ultras Braunschweig 2001

Zum Inhalt:

Fußball ist kommerziell wie jede andere Popkultur! Das ist ein Fakt, der sich in den letzten Jahren unumstößlich herauskristallisiert hat. Doch ist das wirklich ein brandneuer Trend? Wurde Fußball erst zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland für Unternehmen als Werbeträger interessant oder verlief die Entwicklung so wie bereits in anderen Bereichen der Gesellschaft? Funktioniert Fußball vielleicht sogar schon viel länger als kulturindustrielles Spektakel, als es zum Vergleich in Musik oder Film der Fall ist?

Beim genaueren Betrachten des Stadionalltags und speziell der Fankurven springen aufmerksamen ZuschauerInnen immer wieder Parolen wie „Gegen den modernen Fußball“ ins Auge. Dabei stellt sich die Frage, warum sich vielerortens die aktiven Fanszenen auf das dünne Eis begeben, Kritik an den neuesten kommerziellen Tendenzen zu üben, wenn für sie doch Politik ansonsten ein rotes Tuch und das Stadion einen unpolitischen Raum darstellt?
Warum kommt gleichzeitig ein großes Unternehmen wie Red Bull auf die Idee, sein Produkt in Form eines Fußballvereins zu bewerben, wenn es doch im Stadion selber absolut keinen Absatzmarkt für das Produkt hat.
Auf der Gegenseite ist fraglich, ob Fußball für Sponsoren wirklich erst in den letzten Jahren interessant wurde, oder ob sie nicht im Zusammenspiel mit der Politik schon deutlich länger einen Teil dazu beigetragen haben, den Sport so populär zu machen und als Kulturindustrie zu etablieren. So wären verschiedene Clubs, denen der Titel „Traditionsverein“ zu teil wird, sicherlich niemals gegründet worden, wenn nicht ein Mäzen dahinter gestanden hätte.
Ist der „moderne Fußball“ also tatsächlich ein neues Phänomen, als das es häufig präsentiert wird?

Der Vortrag versucht keine ultimative Lösung zu diesen Fragen zu bieten, vielmehr soll es eine Perspektive im allgemeinen Diskurs zur Kommerzialisierung und Ökonomisierung des Fußballs und der gesellschaftlichen Bedeutung dieser Prozesse darstellen.

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