Don‘t believe the hype!

Unser Sommer sieht anders aus


Am 11.Juni 2010 fällt in Johannesburg der Startschuss für einen Monat Fußballwahnsinn: „Wir sind wieder wer“, die ganze Nation versinkt im Freudentaumel, alle sind Fußballfans des sowieso doch schon immer geilsten Landes der Welt – und als Deutscher darf Mensch endlich wieder ganz ungeniert stolz auf Deutschland sein und eben jenes auch offensiv zeigen.

Don‘t believe the hype!
„Glaube nicht was du in den Medien siehst“ oder besser noch „Glaube nicht an diesen Wirbel“. Denn beileibe ist dieses „Fußballfest“ nicht für jeden Menschen ein Segen, weil gerade zu dieser Zeit offenkundig wird, wie tief verschiedenste Diskriminierungsformen, ob latent oder gar vollkommen offen, in unserer Gesellschaft immer noch verwurzelt sind. Im Klima des fahnenschwenkenden Patriotismus und ungehemmten Nationalstolzes werden jene reaktionäre Ansichten und fremdenfeindliche Ressentiments wieder anschlussfähig, die im schlimmsten Fall in rassistisch motivierte Taten münden, so geschehen beim Anschlag auf ein Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen 1992 oder bei den Angriffen auf Dresdner Dönerläden während der Fußball-EM 2008.
Zeitgleich feiern sich jedoch in einem drogenähnlichen Zustand alle gemeinsam auf Deutschland ab und vergessen dabei all die Dinge, über die sie sich sonst so sehr aufregen. Da kann es dann wie im Sommer 2006 schonmal passieren, dass im kollektiven Rausch die jahrelang aus sozialpolitischer und bürgerrechtlicher Sicht umstrittene und grundgesetzändernde Föderalismusreform von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wird, ohne dass jemand davon so richtig Notiz nimmt. Wer trotz beinahe zwanghafter medialer Vereinnahmung nicht mitmacht beim durchkommerzialisierten, global verwerteten Event, wird wenigstens als Spaßbremse, eher noch als Kotzbrocken, Quertreiber oder gar als Verräter tituliert.
Auf diesen ganzen Trubel haben wir schlicht und einfach keine Lust. Dennoch kommt es für uns nicht in Frage, uns den ganzen Sommer im Keller zu verstecken und dabei noch auf unser Bedürfnis an Kultur und Abwechslung zu verzichten. Was also tun?

Unser Sommer sieht anders aus…
…und zwar aktiv, unabhängig und selbstständig gestaltet – diese Seite bietet eine Plattform für alle Veranstaltungen in Braunschweig, die zu dem ganzen WM-Hype eine anspruchsvolle und unterhaltsame Alternative darstellen. Dabei soll emanzipatorischen, antirassistischen Gruppierungen und Initiativen, sowie engagierten Einzelpersonen die Chance gegeben werden, interessierten TeilnehmerInnen abseits der grassierenden WM-Hysterie einen Blick über die Grasnarbe und Fernsehbildschirme zu ermöglichen und sich gemeinsam auszutauschen.
Wir wollen damit einen Teil zur Vernetzung derer beitragen, die nicht einfach nur Schwarz-Rot-Geil denken, sondern bunt, kreativ und vielfältig ihren Sommer verbringen möchten.

Wie ihr uns erreicht?
Ganz einfach: Wenn ihr Euch von diesem Aufruf angesprochen fühlt und eine eigene Veranstaltung im Sinn oder in Planung habt, schreibt uns bitte eine E-Mail an: dontbelievethehypebs@gmx.de. Diese wird dann anschließend neben hoffentlich zahlreichen anderen Terminen auf unserer gemeinsamen Plattform beworben. Eure Veranstaltung muss sich keineswegs nur kritisch mit der Fußball-WM auseinandersetzen, willkommen ist alles was Spaß macht und einen bildenden Hintergrund besitzt.

Don‘t believe the hype – Wir sehen uns im Sommer 2010!

Euer Arbeitskreis WM-Alternative



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